Der Boden

Let talk about soil!

Wir  gehen wir mit unserem Boden um?

Bericht der Veranstaltung in der Reihe Film und Disksussion am 26.5.2015:

Humus – die vergessene Klimachance

Emskirchen. Einige Landwirte und viele andere Interessierte (21 insgesamt) folgten der Einladung der Initiative „Emskirchen im Wandel“, um sich im internationalen Jahr des Bodens den Dokumentarfilm „Humus, die vergessene Klimachance“ anzusehen. Selbst für Fachleute ergaben sich doch einige neue Erkentnisse und viel Stoff für die Diskussion.

Der Film ist zusammen mit der österreichischen Ökoregion Kaindorf entstanden, die Vorbildregion ist, eine ökologischen Kreislaufwirtschaft betreibt und sich weitestgehend mit erneuerbarer Energie vesorgt. Dort will man außerdem soll durch Humusaufbau und andere CO2-bindende Maßnahmen der Weg in Richtung CO2-Neutralität gehen.

Der Film beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Boden, Humusab- und -aufbau und Klimawandel. So bietet er neue, bislang unbekannte Erkenntnisse zum Klimawandel, etwa dass der fortschreitende Humusabbau nicht nur die Böden, die ja unsere Nahrungsgrundlage sind, zunehmend verwüsten lässt, sondern auch enorme Mengen des Klimagases Kohlendioxid freisetzt, statt sie im Boden zu binden. Allein in den letzten 100 Jahren soll dadurch die gleiche Menge Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt sein, wie durch die Verbrennung der fossilen Brennstoffe.

Die zunehmend negative Humusbilanz durch Chemiedüngung, zu wenig Zufuhr organischen Materials, falsche Bodenbearbeitung und die Reduzierung des Bodens auf die Funktion als Trägersubstrat für die Pflanzenwurzeln verschlechtern die Bodenqualität immer mehr. Der Einfluss der Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit auf das Pflanzenwachstum wird dagegen global vernachlässigt.

Es gibt auch Hoffnungsschimmer zum Humusaufbau und zur natürlichen Bodenverbesserung. Schwerpunkt ist dabei die mittlerweile schon fast berühmte Terra Preta, die ungemein fruchtbare Schwarzerde, die aus Holzkohle, Ton, Knochen, Ausscheidungen und anderen Bioabfällen entstanden ist. Auch einige Teilnehmer experimentieren damit, wie sich in der Diskussion herausstellte. Minimalbodenbearbeitung ist ein weiterer Ansatz zur nachhaltigen Landbebauung, wie der Film Beispiele in Brasilien zeigte. Ein anwesender Landwirt meinte dazu jedoch, dass dies bodenbedingt bei uns nicht überall ginge.

Eine Teilnehmerin: „Es gibt ein wenig Hoffnung, die wachsenden Weltbevölkerung gut ernähren zu können. Notwendig sind jedoch neben guten humushaltigen Böden fleischärmere Ernahrungsgewohnheiten sowie ein globales Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit statt Ausbeutung und Krieg.“

Die Erlangung natürlich fruchtbarer Böden sollte jedenfalls das Interesse aller sein, die mit Bodenbewirtschaftung zu tun haben. Er ist schließlich unsere Lebensgrundlage“ so Jürgen Osterlänger abschließend.

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