Familienlandsitz

Emskirchen. Die aus Russland kommende Familienlandsitzbewegung war Thema bei der jüngsten Veranstaltung der Initiative „Emskirchen im Wandel“. Der Familienlandsitz ist ein etwa 1 Hektar großes Stück Land (100m x 100m oder 10.000 m²), das von einer Familie bewohnt wird. Ein Hektar ist ausreichend groß um Lebensraum und Lebensmittel für eine Familie zu bieten und klein genug um von einer Familie bearbeitet zu werden. Der Landsitz ist von einem Lebenden Zaun umgeben, d.h. einer Art dichten Hecke aus Bäumen und Sträuchern, die die natürliche Grenze zum Nachbarlandsitz darstellt und gleichzeitig Beeren, Früchte, Nüsse, Holz und Windschutz für die auf ihm lebenden Menschen und Lebensraum für viele Tiere bietet. Es wird eine Vielfalt an robusten, einheimischen Gehölzen gewählt, sowie ein- und mehrjährige Kletterpflanzen. Frucht- und nusstragende Pflanzen, Stangenbohnen und weitere essbare Gewächse machen den Lebenden Zaun zu einem Hauptnahrungslieferanten auf dem Landsitz. Die Früchte werden auf täglichen Rundgängen direkt gegessen oder für den Winter eingelagert. Wege oder Pfade führen um jeden Landsitz herum, um den Zaun auch von außen beerntbar zu machen. Die Hälfte bis zwei Drittel des Landes wird mit Wald-, Obst- und Nussbäumen bepflanzt, so dass über die Jahre ein Mischwald heranwächst. Früchte und Nüsse bilden einen Hauptpfeiler der Ernährung. Jeder Landsitz verfügt auch über einen Teich, der zum Baden geeignet ist und zur Biotop- und Artenvielfalt beiträgt. Regenwasser kann hier gesammelt werden und zur Bewässerung oder als Tränke verwendet werden. Schliesslich wird auch die Verbindung zur „Mutter Erde“ wieder hergestellt, die weitgehend verloren scheint.

In der Diskussion war man sich fast einig, dass derartige Lebensweisen früher auch bei uns gang und gäbe waren. In der letzten Jahrzehnten haben wir aber die weitgehende Selbstversorgung durch Fremdversorgung (Lebensmittel aus aller Welt) ersetzt. Damit haben wir auch unsere Autarkie aufgegeben und sind für mögliche Krisen viel schlechter gewappnet. Aus der Runde traten auch Anhänger der Familienlandsitzbewegung in Erscheinung, deren kleiner Naturgarten in Oberalbach am 22.5. per Radtour besichtigt werden kann. Treffpunkt 14.30 Uhr am Rathaus Emskirchen.

familienlandsitzDiese Illustration stammt von Aruna Palitzsch Schulz, Familienlandsitz-Siedlung Weda Elysia i.Gr., www.weda-elysia.de

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